Motivation & Aufmerksamkeit an unerwünschtem Jagdverhalten

- neurobiolgische Hintergründe & praktische Umsetzung


Sind wir Menschen mit unseren jagdlich motivierten Hunden in Feld, Wald und Flur unterwegs, ist es höchst wahrscheinlich, dass der Vierläufer dort auf Auslöser angeborenen Jagdverhaltens trifft oder das Hundehirn Vorboten von Hase, Fasan und Co. wiedererkennt.
Hecken, Dickungen, Wiesen, Getreideschläge und dergleichen aktivieren Erkundungsverhalten. Je nach Jagdhundetyp mehr oder weniger flächendeckend, sichtig oder geruchlich wahrgenommenes Wild aktiviert Hetzen bzw. das Ausarbeiten von Fährten, Spuren und Geläufen.
Wird nun in der Hundewelt tatsächlich ein Hase eruiert und Verfolgen aktiviert, sollte der Mensch unterbrechend eingreifen - Abrufen wäre eine Möglichkeit. Das Signal aus der Menschenwelt landet in der Hundewelt, einer Welt in der es vor "wilden" Reizbündeln nur so wimmelt. Wild kann hör-, riech, und/oder sichtbar sein - all das landet über verschiedene Reizleitungen im Hundegehirn. Was könnte passieren? Die Hatz wird fortgesetzt, der Hund bleibt stehen, oder kommt zurück.
Für das Verhalten, welches wir von außen beobachten können, gibt es im Inneren des Hundes eine Entscheidungsgrundlage - Motivation entscheidet über das aktuell gezeigte Verhalten.  Wie nun können wir auf die Motivation des Hundes Einfluss nehmen, das Umswitchen von der Hunde- in die Menschenwelt begünstigen?
Eng verzahnt mit Motivation ist Aufmerksamkeit, das Gehirn selektiert Aufmerksamkeitserreger nach der aktuellen Motivations- und Bedürfnislage, Unwichtiges wird aussortiert! Im schlechtesten Fall verhallt also unser Rückrufsignal ohne Resonanz weil die Hatz des Hasen gerade wichtiger ist.
Durchleuchten möchten wir neurobiologische Hintergründe und ziehen Rückschlüsse für unser praktisches Training an unerwünschtem Jagdverhalten in "wilder" Umwelt.

Das Seminar ist geeignet für HundehalterInnen, HundetrainerInnen und angehende HundetrainerInnen.

Wann?: 07.07. - 08.07.2018
Wo?: 41542 Dormagen-Gohr

Teilnehmeranzahl: Max. 8 Teams + max. 10 TeilnehmerInnen ohne Hund
Seminargebühr: 170 € / Team, 160 € bei Teilnahme ohne Hund

Über Anja Fiedler:

Anja Fiedler leitet ihre Hundeschule „dogable“ in Meerbusch am Niederrhein, dort arbeitet sie mit Menschen und ihren Jagdhunden auf Basis positiver Verstärkung – von Kontrolle des Jagdverhaltens, über typgerechte Beschäftigung, bis hin zur Vorbereitung auf jagdliche Prüfungen und die jagdliche Brauchbarkeit.

Während ihres Studiums (Medienwirtschaft) ist sie selbst vor über 10 Jahren auf den Hund gekommen, und schnell stellte sich heraus, dass der Verhaltensrahmen ihrer Dalmatiner Hündin, Ally, einen genaueren Blick auf die Materie Hundeverhalten erforderte.

Als im Jahr 2005 Frieda, eine Ungarisch Kurzhaar Hündin aus jagdlicher Leistungszucht, einzog, nahm das „immer mehr wissen wollen“ seinen Lauf – Jugendentwicklung, Jagdverhalten, Angst- und Aggressionsverhalten, Dummy- und jagdliche Arbeit & vieles mehr.

Mit bestandenem „Grünen Abitur“ kam Wolke, eine Ungarisch Drahthaar Hündin aus jagdlicher Zucht, in die Familie, und sie sollte mit Anja den Weg zur jagdlichen Brauchbarkeit gehen – Wolke wird ausschließlich über Verstärkung erwünschten Verhaltens trainiert. Die Verbandsjugend- und Herbstzuchtprüfung, die jagdliche Brauchbarkeit auf Nieder- und Schalenwild in NRW und die ersten

Jagden liegen hinter den beiden, und das nächste Ziel, die Meisterprüfung der Vorstehhunde (VGP), ist anvisiert. Inzwischen haben die beiden zudem diverse Langschleppenprüfungen und die Retrievergebrauchsprüfung (RGP) absolviert – in diesem Jahr steht mehr Schweiß auf dem Programm.

Seit 2010 ist Anja mit ihrem Seminarprogramm rund um Jagdverhalten, Rückruf, Selbstkontrolle & Co. unterwegs in Deutschland (ab 2013 auch in der Schweiz & ab 2014 in Österreich), neu sind Seminare für Jäger & ihre Jagdgebrauchshunde, und sie arbeitet aktuell mit Dr. Ute Blaschke-Berthold und Nicole Wenzel an einem DVD-Projekt zum Thema „Die Werkzeugkiste der positiven

Verstärkung“. Mehr zu Anja & ihrer Arbeit erfahrt ihr hier: www.dogable.de